Dr Palantir-Predator: Wiä SWI swissinfo.ch Zueschtimmig gmacht het für en CIA-Strohmaa

Schwiizerdüütsch (Züritüütsch)

Lah mi öppis mit dir duregah, wo mi scho länger beschäftigt. Dr Artikel vo SWI swissinfo.ch vom Dezember 2025 mit em Titel «Warum Palantir für d Schwiiz immer meh zu ere riskante Wett wird» luegt uf de erschte Blick uus wie ganz normali Journalistig. Er stellt Fraagä. Er gahd i d Büros vo dr Firma. Er zitiert Kaderlüüt. Aber je länger mer genau hii-luegt, was uf de Siite staht – und vor allem, was nöd staht – desto klarer wird: Das Stück funktioniert wie öppis ganz anders.

Ich chume immer wieder uf s Raster zrugg, wo Edward Herman und Noam Chomsky vor Johre entwickelt händ. Si händ s «Propaganda-Modell» gnennt: Es erklärt, wie Medie mächtige Interässe bediene – nöd mit platte Lüüge, sondern über fünf strukturelli Filter, wo d Nachricht so forme, dass si fürs Establishment «gängig» bliibt. Wenn mer dr SWI-Artikel dur die Filter läse, chunnt es verheerends Bild use: en Öffentlich-Rechtliche, wo sini Uufgab ufgäh het.

Filter 1: Bsitzverhältnis und d Ringier-Verbindig

Dr erscht Filter isch: Wäm ghört s Medium, und was händ die Bsitzer no für Interässe? SWI swissinfo.ch isch Teil vo SRG SSR, also theoretisch frei vo kommerzielle Druck. Aber dr Artikel selber zeigt en Verfilzig, wo i jeder Redaktion Alarmglöggli müesst la lüüte.

Im Text isch so en «Nebenbei»-Satz: Palantir schaff mit «Verleger Ringier, em Versicherer Swiss Re, dr ehemalige Credit Suisse und em Pharmariese Novartis». Und denn chunnt s Entscheidende: «Laura Rudas isch nöd nume Executive Vice-President vo Palantir, sondern au e ehemalige Mitgliid vom Ringier-Verwaltungsrat. Und dr Ringier-Verwaltungsratspräsident Marc Walder leitet dr Verband digitalswitzerland, wo Palantir au Mitglied isch. Ringier isch zuesätzlich e langjährige Palantir-Chundin und het d Zämmearbet letzts Jahr um wiiteri fünf Jahr verlängert.»

I übersetz das mal: E Palantir-Kaderfrau isch grad no im Verwaltungsrat vo eim vo de grösste Schwiizer Medie-Verleger gsässe. De gliich Verleger zahlt Palantir unter eme laufende Vertrag Millionen. Und dr VR-Präsident vo däm Verleger führt e Branche-Organisation, wo Palantir drin isch. Das isch nöd «normal» Business. Das isch e Drehtür, wo grad dur s Härz vo de Schwiizer Medielandschaft lauft.

Und jetzt d Frag, wo dr Artikel nie stellt: Wie söll e grosse Verlegergruppe redaktionell unabhängig blibe, wenn e ehemalige VR-Persoon hüt Kader bi ere Firma isch, wo mer Millionen zahlt – und dr aktuelle VR-Präsident die gliich Firma über sini Branchenplattform mit-promotet? Wie chönd Journalist:inne bi Ringier oder bi verchnüpfte Titel Palantir frei investigiere unter so Bedingige?

Dr Artikel präsentiert die Tatsache als neutrali Hintergrundinfo – fasch so, als wärs null Problem, wenn Mediekonzerne d Firmä, über wo si berichte, «hoste» und gliichziitig d Rechnige kassiere. Aber genau das isch dä strukturelli Interessenkonflikt, wo investigativi Journalistig eigentli müesst uffdeckä. SWI het d Info gha – und het nüt drus gmacht.

No schlimmer: Es deutet uf Palantirs Strategie hii. D Firma verkauft nöd nume Software i dr Schwiiz. Si verankert sich im Medie-Machtsystem. Wenn e ehemaligs Ringier-VR-Mitgliid Palantir-Kader wird und Ringier grad denn de Vertrag verlängert – das isch nöd «Zuefall». Das isch institutionelli Übernahm. Und SWI berichtet drüber, als wärs gar nüt.

Filter 2: Werbung – und Propaganda uf em Präsentierteller

S Herzstück vom Artikel isch dr Bsuech vo SWI i Palantirs Züri-Büro. Lueg, wie s gframed wird: «Nöd lang derno het Palantir üs i sini eigete Büros iigladä. Bi dr Aachunft händ üs zwei lässig aazogni Männer i Turnschueh begrüsst, wo sich als Alec und Courtney vorgstellt händ.»

Alec McShane leitet Palantirs Europa-Gschäft. Courtney Bowman isch Global Director vo «Privacy and Civil Liberties Engineering». Aber bi SWI sind s eifach «Alec und Courtney» – sympathisch, i Turnschueh, bereit zum Plaudere.

Das isch nöd Journalistig. Das isch PR im Mantel vo Presseuswiis. Dr Artikel vermenschlicht die Manager massiv: si sind «überraschend offe», «bemüehd, Missverständnis z kläre», si chlagä über s «Rufproblem», si säged, si seged «missverstande». Und SWI gitne Siite um Siite Raum – fasch ohni Widerfrag.

Glichziitig: Was macht die Firma effektiv? Dr Artikel erwähnt fasch nebenbi, Palantirs Software «liefert Armee Informatione, wo Entscheide zum Töte beiflüsst». Er nennt, dass d Produkte vo ICE i de USA brucht worde sind, zum Migrant:inne z jage – mit tödliche Folge. Aber das wird schnäll abghandlet und under em sympathische Porträt vo «Alec und Courtney» vergrabe.

D Manager dörfed lang und breit, praktisch unangefochte, Bedenke zu Dateschutz und Überwachig abräume. Wenn si säged, «Chundä behaltet immer d volle Kontroll über ihri Date», wird das wie e Tatsache präsentiert – nöd als Behauptig vo ere Firma, wo es grosses Interässe het, Risiko chlii z rede.

Und denn s richtig Belastende: Dr Courtney Bowman – dä gliich «Courtney», wo so offe und ehrlich gsi sii söll – het nur Täg spöter uf LinkedIn Schwiizer Journalist:inne beschuldigt, sie würded mit «Verzerrig, Andeutig und gränzwertig Verschwörigs-Geschwätz» schaffe. Däm «freundliche» Gesprächspartner sii gliichziitig druf und draa gsi, juristisch gäge Schwiizer Medie vorzgah. Dä «offe Dialog», wo SWI bejublet, isch exakt denn passiert, wo Palantirs Juriste d Messer für d Pressefreiheit gschliffe händ.

Entweder het SWI das nöd gwüsst – denn händ si elementari Recherche verpasst über e Firma, wo grad Kolleg:inne aagriift. Oder si händ s gwüsst und de Wohlfühl-Text trotzdem publiziert. Beidi Variante lueged nöd guet uus.

Filter 3: Quelle – und d Architektur vom Weglah

Lah mi zeige, wie dr Artikel mit Quelle umgaht – will da wird d Manipulation systematisch.

Uf dr eine Siite hesch Palantir-Kader. Si bechömed Direktzitat. Si werded sympathisch beschrieben. Si dörfed s Narrativ nach eigete Regle setze. Ihri Uussage zu Datenkontroll und Schutzmassnahme werded als gradlinigi «Faktä» präsentiert.

Uf dr andere Siite sind d Kritiker: Die Sorge vo dr Schwiizer Armee? Uf e Satz zämechürzt und als «Ängst» abtue, wo d freundliche Palantir-Kader «unbegründet» nenned. Aktivist:inne us Dütschland, wo gäge Palantir-Polizei-Überwachigsprogramme kämpft händ? In eim Nebesatz zämegfasst, niemert wird direkt zitiert. D kritische Sicht bleibt anonym und passiv.

Und jetzt s Wichtigste i dere Gschicht: En interne Bericht vo de Schwiizer Armed Forces, wo Republik und s WAV-Research-Kollektiv beschafft händ, het ausdrücklich gwarned, dass Palantir-Software drzu führe chönnti, dass sensible Schwiizer Date a US-Geheimdienst wiiterglange. Das isch nöd Spekulation. Das isch d dokumentierti Einschätzig vom Militär.

Wie gahd SWI demit um? Si vergrabed s in eim Absatz und setzed grad druf Palantirs Abstriit. D Firma seit, d Sorge seged «unbegründet» – und das wird uf die gliich Stufe gstellt wie e offizielli militärischi Analyse. Kei Versuch, z kläre, was stimmt. Kei Expert:inne, wo Palantirs Behauptige zu «Datasouveränität» prüefed.

Das isch d Architektur vom Weglah: Militär-Warnig und Konzern-Abstriit nebeneinander, ohni Prüefig – und scho entsteht e falschi Balance. D Leser:inne blibed mit em Gfühl zrugg: «Jo, das isch halt e Meinigsverschiede zwüsche verünftige Parteie.» Statt: «Das isch en dokumentierte Nationale-Sicherheits-Punkt.»

Und denn, was dr Artikel komplett verschwiigt: Zur Publikationszyt het Palantir bereits juristische Kriegsfüehrig gege genau die Journalist:inne vorbereitet, wo dä Militärbericht ans Liecht bracht händ. Laut Berichterstattig het Palantir e «Recht-uf-Gegendarstellig»-Chlag gäge Republik bi em Handelsgricht Züri iigreichd, nachdem s Magazin zwei Forderige abglehnt het. En US-Verteidigigs-Konzern im dreistellige Milliarden-Bereich nutzt Schwiizer Gricht, zum Schwiizer Journalist:inne iizschüchtere, wo Schwiizer Militärdokument publiziert händ.

Dr SWI-Artikel – publiziert nur Täg, bevor die juristischi Offensive öffentlich worde isch – erwähnt das überhaupt nöd. Nüt. Er redt vom «Rufproblem» und vo «vill Afraagä zum Dateschutz». Aber kei Wort zu Anwält, kei Wort zu Chlage, kei Wort zum Abchüele-Effekt i Redaktione.

Das isch nöd e «Panne». Das isch aktives Verdecke. SWI het d Info gha – oder hätt si müesse ha. Und si händ sich entschiede, e schmeichelhafts Profil z publiziere, während Kolleg:inne bi Republik sich uf en juristische Sturm vorbereite müend.

Filter 4: Flak – und dr Chälteeffekt

Dr vierte Filter beschriibt, wie mächtigi Interässe Medie bestrafe, wenn si us dr Reihe tanze. Palantirs Chlag gäge Republik isch es Lehrbuech-Beispiel vo dem, was Journalist:inne-Verbänd als SLAPP bezeichned: «Strategic Lawsuit Against Public Participation». S Ziel isch nöd, e juristische Wahrheit z finde. S Ziel isch, d Gegesite mit Chöschte und Zyt z ruiniere – und allne andere z zeige, was passiert, wenn si ähnliches mache.

Und jetzt lueg, was SWI in dere Lag publiziert: es freundliches Profil. Vermenschlichig. Unangefochti Talking Points. D Botschaft a jede Schwiizer Journalist:in isch klar: Wenn du kritisch über amerikanischi Überwachigsfirmä berichtisch, chömed Chlage. Wenn du schmeichelhaft schriibsch, bechunsch Zuegang zu «Alec und Courtney».

So wirkt dr Chälteeffekt: Nöd über direkti Befähl, sondern über die stille Rechnig im Chopf: «Isch die Story dä juristisch Chrieg wert?» Dr SWI-Artikel verstärkt die Rechnig – ob absichtlich oder nöd. Er zeigt, wie «sicheri» Berichterstattig usgseht. Er zeigt, was für Belohnige Konformität bringe cha.

S Republik-Verfahre ligt jetzt bi em Handelsgricht Züri. Egal, wie s usechunnt: dr Präzedänzfall isch jetzt scho da. Usländischi Konzerne chönd mit Schwiizer Recht Schwiizer Journalistig unter Druck setze. Und SWI het, indem si mitten i dere Offensive e Puffstück publiziert, das faktisch legitimiert.

Filter 5: «Anti-Kommunismus» – hüt im 21. Jahrhundert

Im Original-Modell isch dr fünfti Filter «Anti-Kommunismus» gsi: Alles, was amerikanischi Macht infrage stellt, wird als suspekt gframed. Hüt lauft s anders: Mer framet Konzernmacht als unvermeidbar – und Widerstand als irrationale «Kontroverse».

Dr SWI-Artikel nennt Palantir x-mal «umstritte». Das Wort leistet enormi Arbet: Es macht us konkrete Kritik – Drohnechrieg, Migrante-Jagd, Datasouveränität – eifach «Meinig». Wer Bedenke äussert, «macht Kontroverse». D Firma hingegen «wott halt nume schaffe» und wird «unfair missverstande».

Glichziitig wird Wirtschaftsförderig als naturgegebene Tatsach präsentiert: «In Züri entstoht es ganzes Ökosystem vo Big-Tech-Firmä – dank guete Rahmenbedingige und ere aktive Politik zur Aaziehig vo usländische Unternehme.» Das wird als Beschreibung usgeh, nöd als politisch strittige Wahl.

Aber es isch e Wahl. D Schwiizer Demokratie chönnti au anders entscheide. Si chönnti säge: Firmä z beherberge, wo Software für usländischi Militär-Operatione ermöglicht, passt nöd zur Neutralität. Si chönnti säge: Datasouveränität isch wichtiger als Steiergälder. Si chönnti säge: D ethische Chöschte vom Umwerbe vo Überwachigsriesä überwieged d ökonomische Vortei.

Dr Artikel denkt die Möglichkeite nöd emal a. D Untersuchung vom EDA, ob Palantirs Aktivitäte Schwiizer Söldnerrecht verletze, chunnt erst ganz am Schluss – wie e entfernts technisches Detail statt e Grundsatzfrag zur Souveränität. Dass Schwiizer Bürger:inne villicht nöd wänd, dass s Land zum Sprungbrett für amerikanischi Machtpolitik wird, isch im Text schlicht abwäsend.

Was das alles zäme ergibt

Gah mer d Filter no einisch dure:

  • Filter 1: Schwiizer Medie sind strukturell mit Palantir verknüpft – via VR-Mandat und Millionäverträge. SWI nennt s, aber analysiert s nöd.
  • Filter 2: SWI liefert Palantir gratis Werbig, vermenschlicht Kader, während Drohnechrieg und Migrantetod vergrabe werded.
  • Filter 3: Konzern-Quelle werded ufgwäertet, Kritiker marginalisiert, Militärwarnige vergrabe, und d juristischi Offensive gege Schwiizer Journalist:inne komplett verschwiege.
  • Filter 4: Es freundliches Profil mitten i ere SLAPP-Situation verstärkt dr Chälteeffekt und zeigt, was «braves» Reportage bringt.
  • Filter 5: Konzernmacht wird als unvermeidbar gframed, Widerstand als «Kontroverse» – und demokratischi Alternativä werded abgschniitte.

Was usechunnt, isch nöd Journalistig im Dienst vo de Öffentlichkeit. Es isch Journalistig im Dienst vo Macht. SWI swissinfo.ch het en Uuftrag: Schwiizer Bürger:inne d Infos z liefere, wo si für informierte Urteilsbildig bruuched. Stattdessen het s Medium Zueschtimmig produziert – für e CIA-mitgegründeti Überwachigsfirmä, wo i dr Schwiiz operiere cha.

Das isch nöd Zensur im klassische Sinn. Kei Behörde het Faktä usegstriche. Aber es isch Zensur dur Struktur und Weglah – dur die tausig chliine Entscheide, wer rede dörf und wer verstummt, was hervorgehobe wird und was vergrabe, weli Fraagä gstellt werded und weli nie.

Das isch subtiler als alti Propaganda. Es isch heimtückischer. Und grad drum isch s so wirksam: Es formt Realitäte zugunschte vo de Mächtige – und behaltet trotzdem d Fassade vo «objektiver» Journalistig.

Wänn Palantirs juristischi Attacke uf Schwiizer Pressefreiheit jetzt dur d Züri-Gricht lauft, sött jede Schwiizer Journalist:in sich a das erinnere, was SWI im Dezember 2025 publiziert het. So gseht «manufactured consent» uus. Und so tür wird s für es Land, wo emal gmeint het, sini Medie würded für öppis stah.

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